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johannesbad

 

In der Nachbehandlung von Tumorpatienten nach Prostataektomie wird in der Johannesbadklinik Bad Füssing das brainLight System seit einigen Jahren erfolgreich eingesetzt.

Zur Validierung von Stichproben und Einzelfallbeobachtungen wird derzeit eine Untersuchung über die Effizienz von brainLight Systemen als Therapiebegleitung im Hinblick auf die Absenkung von körperlichen und psychischen Stressfaktoren und deren Auswirkungen durchgeführt.

Die Auseinandersetzung der Patienten mit einem veränderten Körperbild (Stomaversorgung) sowie die Beeinträchtigung von Körperfunktionen (z.B. der Blasen- und Sexualfunktion) stellen sowohl körperliche als auch seelische Belastungsfaktoren (Stressoren) dar.

Der Organismus der Patienten ist häufig bereits durch eine charakteristische Lebensweise der westlichen zivilisierten Welt (u.a. ungeeignete Ernährung, Bewegungsmangel, Reizüberflutung und Stressbelastung am Arbeitsplatz und in der Freizeit ("chronischer Stress"), fehlende Entspannungspausen, Genussmittelmißbrauch, u.v.a. enormen biologischen Streßbelastungen ausgesetzt. In diese, oftmals bereits stark belastete Phase, fällt dann Diagnosestellung und invasive Intervention. Oft als bedrohlich erkannte Alarmsignale lösen in diesem Fall bei den Patienten eine Stressreaktion aus, die u. a. durch die vegetativ und zentralnervös gesteuerte Freisetzung der Streßsshormone Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol vermittelt wird. Herz, Lunge und Nieren werden zur Höchstleistung aktiviert, sämtliche Nachschubfunktionen (Verdauung, Reparatur und Regeneration) werden nahezu vollständig ausgesetzt.

 

Daher kommt in der akuten, postoperativen Phase neben einer körperlichen, vor allem einer seelischen Stabilisierung unter Anwendung wirksamer Stressbewältigungs- und Entspannungstherapien eine besondere Bedeutung zu.

Nicht alle Patienten sind in dieser Phase für eine klassische Entspannungstherapie, z.B. psychoonkologische Begleitung, autogenes Training oder progressive Muskelrelaxation ansprechbar. In unserer Rehabilitationsklinik wird daher seit einigen Jahren das Brainlight-System bei guter Patientenakzeptanz eingesetzt.

Um diese methodischen Störfaktoren zu minimieren bzw. zu eliminieren, wurde nun eine Messwertaufnahmeoption in Form eines Stirmbandes mit integrierten Sensoren für Hämenzephalographie, Hautleitwert und Hauttemperatur in Auftrag gegeben. Die Anlage der Sensoren gestaltet sich ebenso einfach wie das Aufsetzen der Brille und des Kopfhörers. Die Messdaten werden über Bluetooth in einen benachbarten Kontrollraum übertragen und dort, ohne subjektive Beeinträchtigung des Patienten, registriert.

Gleichzeitig werden Fragebögen (wie bei der brainLight-Anwendung bereits bewährt) begleitend die Meßdaten untermauern.

 

Bad Füssing, 17.12.2014

 

Dr. Michael Zellner
Ltd. Chefarzt Urologie
Johannesbad Klinik Bad Füssing